Sexuelle "Ausrichtung"

Allgemeine Diskussionen über Otherkin. Alles was mit speziellen Arten zu tun hat bitte in die entsprechenden Bereiche posten.

Sexuelle "Ausrichtung"

Beitragvon Zarasis » Mo Jan 25, 2010 6:12 pm

Eben durfte ich mich mal wieder von Herzen aufregen und den Blutdruck lebensbedrohend in die Höhe schiessen lassen.. Der Grund: Eine Diskussion in einem Forum über Homo-/Bisexualität und die Kommentare der Leute dazu :argh:

Vom üblichen scheintoleranten "Mir ist’s wurscht, Hauptsache die lassen mich in Ruhe!" über ein wenigstens ehrliches "Igitt, das ist ja eklig und krank!" bis hin zu "Das ist gegen die Natur, Sex dient doch der Fortpflanzung!" waren so ziemlich alle gängigen und allseits beliebten *hust* Antwortvarianten vertreten. Doch dann ging es richtig zur Sache..

Nach den Behauptungen, dass bisexuelle Leute prinzipiell fremdgehen und mehrere Partner haben, weil sie nach beiden Geschlechtern gleichzeitig lechzen und ihnen bei nur einem Partner IMMER etwas fehlt, sowie bei der Aussage, dass Bisexualität nur davon kommt, weil solche Leute sooo labil und unschlüssig sind und sich nicht für Männchen oder Weibchen entscheiden können, hab ich mich dann aus "explosionstechnischen" Gründen ausgeklinkt >.<
(Btw.. diese Behauptungen kamen nicht von Heteros -.-)
Jedenfalls dachte ich bei dem besagten Thread, ich bin auf nem anderen Planeten oder so gelandet :mecker:

Warum ich Euch damit zutexte?

Homo- oder Bisexualität, Pansexualität und wie die "Ausrichtungen" alle so hübsch heissen, scheint bei Otherkin offenbar ja recht häufig zu sein. Zum einen mag das vielleicht daran liegen, dass einige von uns schon mal im falschen Körper stecken, aber es gibt sicher noch viele andere Gründe dafür. Bei mir ist es z.B. so, dass ich mich in eine Persönlichkeit verliebe und nicht in ein Geschlechtsteil oder in einen Körper, somit spielt es für mich keine Rolle, ob mein Partner Männlein, Weiblein, beides oder keins von beidem ist – und mir, man höre und staune, eigenartigerweise nicht mal was fehlt *g*

Sooo.. Was mich nun neugierig macht, ist folgendes:
Kennt Ihr die offenbar vorherrschende Abneigung und Scheintoleranz auch aus Eurer Umgebung? Wenn ja, was denkt Ihr, warum das nach wie vor so ist?
Welche Erfahrungen habt Ihr zu diesem Thema in Otherkin-Kreisen gemacht, wie wird damit generell umgegangen? Ist diese negative Einstellung Eurer Erfahrung nach bei Otherkin geringer als bei Menschen, ähnlich oder vielleicht sogar krasser?

Heisses Thema, viele Fragen, ich weiss :mrgreen: Deshalb bin ich umso gespannter auf Eure Antworten ^^
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Re: Sexuelle "Ausrichtung"

Beitragvon Dayma » Mi Jan 27, 2010 1:52 pm

Huhuuu^^

Ich kann verstehen das du da kurz vorm explodieren stehst^^
Eine gute Freundin von mir ist selbst Bi-Sexuell und ganz im ernst-sie ist ein toller Mensch!

Nach den Behauptungen, dass bisexuelle Leute prinzipiell fremdgehen und mehrere Partner haben, weil sie nach beiden Geschlechtern gleichzeitig lechzen und ihnen bei nur einem Partner IMMER etwas fehlt, sowie bei der Aussage, dass Bisexualität nur davon kommt, weil solche Leute sooo labil und unschlüssig sind und sich nicht für Männchen oder Weibchen entscheiden können,


Sowas-.-Das was ich von ihr kenne ist ganz simpel zu erklären.
Sie verliebt sich, sie leidet und sie ist genauso nervös beim ersten Date wie jeder andere auch.
Sie ist treu geht halt nicht nach Gecshlechtsmerkmalen sondern nach dem was sie an dieser Person anspricht!
Es ist doch jedem seine Sache, man folgt doch nur seinem Herzen.
Ich weiß nicht warum es so viele gibt die immer die Nase rümpfen und andere unterdrücken wollen-.-
Ich meine, gut-ich persönlich bin um es mal in die einfachen Schubladen zu stecken, hetero ausgerichtet ,habe aber kein Problem damit wenn wer Bi oder sonstwas ist.
Die Gespräche sind die selben, die Gefühle sind die selben- kann mir doch *Lachs* sein-was sagt das über den Charakter der Person? Garnichts !

Bei mir ist es z.B. so, dass ich mich in eine Persönlichkeit verliebe und nicht in ein Geschlechtsteil oder in einen Körper, somit spielt es für mich keine Rolle, ob mein Partner Männlein, Weiblein, beides oder keins von beidem ist


Schön das es doch noch welche gibt, bei denen das Herz an erster Stelle steht ;)

Liebe Grüße, Dey
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Re: Sexuelle "Ausrichtung"

Beitragvon Tsafira » Mi Jan 27, 2010 3:36 pm

Also ich bin selbst bi. Und mir persönlich geht es da nicht ums aussehen wie schon erwähnt wurde sondern um die Persönlichkeit an sich, und klar kann man dabei auch mehrere "Partner" haben, es sei denn man ist eben monogam und will dies auch bleiben. Ich habe im Moment kein Weibchen an meiner Seite aber es fehlt mir auch nicht dringend so das ich wirklich etwas vermissen würde. Wenn es sich ergibt gern, aber es ist bei mir nicht so das ich dringend und unbedingt auch beides jetzt sofort und immer haben will. Ich bin ganz zufrieden mit dem was ich jetzt habe. Ich habe es lange vor meiner mum versteckt, aber naja..sie hat mit mir schon so einiges mitgemacht und nahm das ganze dann doch letztendlich völlig locker, aber ich finde das geht nicht jeden was an was ich so in meinem Privatleben tue. Also ich gehöre nicht zu denen sie sowas unbedingt allen mitteilen wollen.
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Re: Sexuelle "Ausrichtung"

Beitragvon Rhys » Mi Jan 27, 2010 5:12 pm

Liebe user..

vielleicht ist euch ja die Schrift hier zu klein, aber dann rate ich zur Lupe anstatt zum permanenten Off-topic posten..

Die Fragen waren:

Sooo.. Was mich nun neugierig macht, ist folgendes:
Kennt Ihr die offenbar vorherrschende Abneigung und Scheintoleranz auch aus Eurer Umgebung? Wenn ja, was denkt Ihr, warum das nach wie vor so ist?
Welche Erfahrungen habt Ihr zu diesem Thema in Otherkin-Kreisen gemacht, wie wird damit generell umgegangen? Ist diese negative Einstellung Eurer Erfahrung nach bei Otherkin geringer als bei Menschen, ähnlich oder vielleicht sogar krasser?


..und nicht die sexuelle Ausrichtung der User oder anderer Leute, die - mit verlaub - nicht im geringsten interessiert.

Ich bitte also darum, zum Thema zurück zu kommen. Alles, was weiter OT gepostet wird, wird von mir entfernt.
Sinus.
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Re: Sexuelle "Ausrichtung"

Beitragvon Calcea » Do Jan 28, 2010 12:33 pm

Ich kenne das, ja. Da ich meine eigne Einstellung zur Sache mit dem Geschlecht für mich behalte den Menschen in meiner Umgebung gegenüber, habe ich es "zum Glück" noch nicht direkt am eignen Leib erfahren müssen, aber ich konnte/kann es immer wieder erleben, wann immer sich die Gelegenheit bietet, daß es zu dieser Thematik kommt. Bestes Beispiel meine Familie, wo auf Bi- oder Homosexuelle mit Ekel und Witz reagiert wird, so in der Art: "Ieh guck ma, der/die ist bi/homo! Boah sieht der/die peinlich aus!" Mein Bruder ist hierbei noch ein ganz sonderbarer Spezi bei dem Thema. Er hat jahrelang mit einem Schwulen in einer Abteilung gearbeitet und sich supergut mit dem verstanden, aber sobald es um das Thema ging, daß der schwul ist, fing mein Bruder an blöd zu grinsen und hat sich darüber lustig gemacht... da kommen dann immer so Sprüche wie, mit dem Hintern an der Wand an demjenigen vorbei gehen und lauter so ein Schwachsinn. Meine Eltern gehören zu der Generation, die Homo- oder Bisexualität schlichtweg unnatürlich finden und die so gar nicht recht akzeptieren können, aber es doch irgendwo mal versuchen, besonders wenn ich zugegen bin und sie von mir wissen, daß ich "diese Leute total in Ordnung finde und hinter ihnen stehe". Sie wissen halt, sobald sie das lästern anfangen, daß ich in die Bresche springe und loswettere, was daran denn bitteschön so lustig oder widerlich sei, jeder dürfe ja wohl für sich entscheiden, wen oder was er/sie liebt.
Warum is das immer noch so... ja, das frage ich mich manchmal auch. Ich denke, da spielen viele Faktoren mit rein, Medien (Filme, die Homo oder Bisexuelle ins Lustige/Peinliche ziehen und den begrenzt-denkenden Menschen immer wieder vermitteln, wie widernatürlich das doch ist), religiöse Einstellungen von Menschen, die nach dem Adam-Eva-Prinzip denken, dies an andre weitergeben... Die Menschen wollen ja ach so tolerant sein, aber so wirklich hinkriegen tun sie es scheinbar immer noch nicht, weil es noch genug gibt, die halt so eingeschränkt denken. Es sind Klischees, vorgelebte Vorurteile... Denkweisen, die sich in vielen scheinbar festgebrannt haben und fast als gewöhnlich angesehen werden... als sei es völlig ok und halt normal, daß ein Mann das Weite sucht, wenn ein Schwuler den Raum betritt (er könnt ihn ja anbaggern wollen) oder daß von Untreue gemunkelt wird, wenn jemand sich als bi outet... ich weiß auch nicht. Viele heterosexuelle Menschen können oder wollen scheinbar trotz all der Aufklärung, Toleranz-Aufrufe etc. andersweitige Orientierungen nicht nachvollziehen... und was der Mensch nicht versteht, macht er immer noch zu gern kaputt... das Gefühl hab ich halt, wenn ich mein Umfeld beobachte. Es ist Verständnislosigkeit, man ist zu bequem, sich mal mehr Gedanken zu machen, anders-sexuelle zu respektieren und nicht damit umzugehen, als ob's was grauenvoll schlimmes ist.

Da ich privat nicht so arg viel Otherkin kenne, kann ich nur von den paar reden, die ich kenn und ich habe schonmal mit ihnen darüber geredet... naja, die die ich kenne, hatten da überhaupt kein Problem mit der Thematik. Wir waren uns sozusagen einig, daß es völlig egal ist, was das Gegenüber für ein Geschlecht hat, man verliebe sich in das Wesen des anderen, nicht in irgendein Körperteil. Ich kann da also grad mal kein negatives Beispiel liefern, bin aber neugierig, ob es da auch ganz andre Erfahrungen zu gibt :) Hoffe, meine Antworten waren nicht off, wollte so gut es geht auf die Fragen eingehen, weil ich Deine Aufregung, Rhys, total verstehen kann.
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Re: Sexuelle "Ausrichtung"

Beitragvon Zarasis » Sa Jan 30, 2010 6:49 pm

In meinem Umfeld hab ich so ziemlich alles vertreten, von "Mir doch wurscht wer mit wem, hauptsache sie sind glücklich miteinander" bis hin zu "Bäh ist das ekelhaft". Ich denke, dass da vor allem die Erziehung, der Glaube und das Umfeld ne ziemlich grosse Rolle spielt wie jemand damit umgeht, in dem ein Mensch aufgewachsen ist. Und vielleicht auch der geistige Horizont sag ich jetzt mal *hust*..

Wir waren uns sozusagen einig, daß es völlig egal ist, was das Gegenüber für ein Geschlecht hat, man verliebe sich in das Wesen des anderen, nicht in irgendein Körperteil. Ich kann da also grad mal kein negatives Beispiel liefern, bin aber neugierig, ob es da auch ganz andre Erfahrungen zu gibt

Nö, von meiner Seite nicht. Ich kenn auch nicht viele Otherkin persönlich, aber bisher waren meine Erfahrungen zu diesem Thema genau gleich. Es ist vollkommen piepegal, welches Geschlecht der andere hat.. und zwar so egal, dass es nicht mal die Mühe wert ist, darüber grossartig zu diskutieren. Das Thema ist nicht wirklich von Belang, weil es zwar zum Leben dazugehört, aber nicht von Bedeutung ist.

Auch wenn man in anderen Otherkinforen guckt, scheint die Ansicht der Leute dort zu diesem Thema ziemlich gleich zu sein - Persönlichkeiten werden nach allem möglichen be- und manchmal auch verurteilt, aber ganz bestimmt nicht nach ihrer diesbezüglichen Lebensweise..

Zumindest hab ich bisher noch nichts anderes sehen oder erleben können, deshalb bin ich auch ziemlich neugierig, ob es gegenteilige Erfahrungen gibt ^^

Hoffe, meine Antworten waren nicht off

Kein bisschen, ganz im Gegenteil! Vielen Dank dafür :)
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Re: Sexuelle "Ausrichtung"

Beitragvon Lokor » Do Jul 22, 2010 3:54 am

Elorien hat geschrieben:...Nach den Behauptungen, dass bisexuelle Leute prinzipiell fremdgehen und mehrere Partner haben, weil sie nach beiden Geschlechtern gleichzeitig lechzen und ihnen bei nur einem Partner IMMER etwas fehlt, sowie bei der Aussage, dass Bisexualität nur davon kommt, weil solche Leute sooo labil und unschlüssig sind und sich nicht für Männchen oder Weibchen entscheiden können, ...


So was höre ich auch ab und zu, und tatsächlich auch aus Richtungen wo ich es weniger erwartet hätte... selbst unter Furrys, dem Völkchen wo es wirklich jede erdenkliche Geschlechtliche Ausrichtung gibt, bekommt man so was an dem Kopf geschmissen.

Ich selbst bin rein Geschlechtlich Männlich, aber mein Drachengeschlecht ist Herm,... was irgendwie zur folge hat das ich Gefühlsmäßig zwischen Weibchen und Männchen hin und her schwanke... ob das der Grund ist warum ich Bi bin, weiß ich nicht zu sagen,... aber es ist ein Grund, warum ich mich trotz meines wundervollen Lebenspartners nicht immer vollkommen... ausgelastat bin.
Jetzt hab ich wieder die Kommentare im Kopf: "Liegt am Partner", "Grund für's Fremdgehen suchen", "Schwachsinnig, nur Einbildung", usw. ... doch eigendlich sieht es bei mir eher so aus, das ich machmal Weiblichen bevorzuge, um das zu kompensieren was mir fehlt. Damit meine ich jetzt weniger Geschlechtsverkehr mit Weibchen, sondern eben alles was Weibchen haben, was Männchen eben nicht haben.

Klingt etwas schwer nachvollziehbar, abar ich weis, ich würde mich in einem weiblichen Körper genauso wohl fühlen wie in meinem Körper jetzt,... nur das mir dann wieder etwas fehlen würde ^..^''

Leider hat das auch Einfluss auf mein Sexualleben... wie will man etwas Befriedigen was man nicht hat, was aber trotzdem Befriedigt werden möchte!?
"Der Sinn eines Drachen ist es Drache zu sein" (Zitat aus "Rial im Königreich der Drachen")

Nur weil man glaubt etwas zu wissen, heißt es noch lange nicht das es wirklich so ist, denn auch Wahrheit ist Relativ!

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