von Serafina » Di Jul 20, 2010 3:28 am
Ja, das Erwachen... Daran erinnere ich mich nur zu gut. Es war vor einem Jahr.
Da begann ich mich innerlich sehr zu verändern. Gespürt, dass ich irgendwie "anders" bin, hab ich allerdings schon immer.
Seit meinem Erwachen ist mein Schlafrhythmus von einen Tag auf den anderen flöten gegangen, auch wenn ich schon immer eine Nachteule war, wurde es da schlimmer. Inzwischen bin ich die ganze Nacht über hellwach, kann vor 4, geschweigedenn 5 Uhr Morgens, nicht schlafen und fühle mich tagsüber ausgelaugt, müde und nehme da alles wie durch einen Schleier wahr. Meine Sinne sind erst in der Nacht geschärft und auch meine Reaktion und meine Auffassungsgabe, die tagsüber eher langsam und schlecht sind, erwachen erst dann. Das entwickelt sich schon so langsam zu einem Problem für mich...
Das mit dem Sonnenlicht kenne ich auch nur zu gut. Mir brennt die Sonne zwar nicht auf die Haut, aber ohne Sonnenbrille kann ich dieses grelle Licht der Sonne nicht ertragen und kann tagsüber bei Hitze und Sonnenschein nie lange draußen sein, ohne dass mein Kreislauf versagt und ich Kopfschmerzen bekomme.
Ich hab mich auch schon länger irgendwie zu Vampiren, Blut etc. hingezogen gefühlt, es allerdings zunächst als bloße Faszination abgetan.
Blut hat mich vor allem seit diesen Nächten der (kann man es Wandlung nennen?) immer mehr fasziniert und ich wollte es trinken... Ich hatte/hab ständig Durst und nichts löscht meinen Durst auf Dauer. Ich kann dieses Verlangen nur unterdrücken, was aber gut klappt. Ich denke jetzt nicht rund um die Uhr daran.
Naja, jedenfalls hab ich es da zum ersten Mal getrunken... Es war das Blut eines Lammes, glaub ich. Aber dafür hab ich nicht getötet, oder sowas. Das könnte ich nicht...
Ich hab in mehreren Nächten immer mal wieder ein Glas Blut getrunken und wie soll ich sagen... Klar, schmecken mir Sachen wie Fruchtsäfte, Cola etc. vom Geschmack her besser, aber sie "befriedigen" mich nicht zu 100 %.
Das Blut hat es getan... Mir gings körperlich sehr viel besser, meine Sinne waren geschärfter und auch meine Wahrnehmung und ich fühlte mich irgendwie berauscht davon. Ich hab mal irgendwo gelesen, dass der menschliche Körper Blut in solchen Mengen (es war immerhin fast immer ein volles Glas) nicht abkann, bzw. dass der Magen dann auch rebellieren soll. Ich hab nichts davon gemerkt... Mir wurde weder schlecht, noch sonstwas davon. Ich war einfach ein wenig wie auf Droge.
Seit Herbst 2009 hab ich kein Blut mehr getrunken und jegliche Gedanken an Vampire und Blut aus meinem Kopf verbannt, ich weiß selbst nicht mehr warum.
Seitdem gings mir dann auch immer schlechter... Vor allem psychisch.
Zu meinem Aussehen nochmal: Ich sehe schon durchaus menschlich aus, auch wenn mir oft gesagt wird, dass ich wunderschön oder überirdisch schön sei, aber sowas kann ich nicht ernstnehmen... Ich weiß aber, dass ich einen sehr intensiven Blick oder intensive Augen habe und war schon immer sehr sehr blass, obwohl mein Vater aus Griechenland kommt, aber gut ich bin ja auch zur Hälfte Deutsche und habe skandinavisches Blut in mir.
Meine Zähne sind aber normal und nicht ungewöhnlich lang oder spitz.
Letzten Donnerstag hab ich meine Oma im Heim besucht, die im Sterben liegt... (Altersschwäche).
Ich hatte schon immer eine sehr enge Bindung zu ihr, weswegen mich ihr Anblick auch erschreckt und sehr traurig gemacht hat.... Naja, jedenfalls ist es so, dass sie im Altenheim ist und nur noch im Bett liegt, fast regungslos. Ihre Augen sind leer, sie bekommt nur noch Flüssignahrung und selbst das Sprechen fällt ihr sehr schwer...
Ich stand neben ihrem Bett, hab leise zu ihr gesprochen (sie versteht einen aber noch und kann auch sehen) und ihre Hand gehalten.
Dann geschah das Merkwürdige, was nicht nur mir aufgefallen ist...
Ich habe ihre Hand gestreichelt und ihr in die Augen geblickt. Sie hat meinem Blick die ganze Zeit über standgehalten, ihn erwidert und diesmal waren ihre Augen nicht leer. Wenn ich sie liebevoll angelächelt hab, haben ihre Augen fast schon geleuchtet und sie hat mit aller Kraft versucht zurückzulächeln, wobei ich gespürt hab, wie glücklich sie in diesem Moment war. Selbst meine Familie hat gesagt, dass sie lange nicht mehr so intensiv auf jemanden reagiert hat und sich so sehr gefreut hat.
In diesem Moment hab ich auch gespürt bzw. wusste auf einmal, dass sie sehr bald sterben wird... Davor wusste ich zwar auch, dass sie immer mehr abbaut, aber hatte nicht diese Gewissheit.
Sie hat versucht mir so vieles durch ihren Blick zu sagen und sich zu verabschieden, dass ich schon mit den Tränen kämpfen musste, aber ich konnte sie ihr zu Liebe zurückhalten.
Kurz bevor ich gegangen bin, hat sie mich dann als "Engel" bezeichnet, worüber ich mir allerdings zunächst keine weiteren Gedanken gemacht hab. Einen Tag später war mein Onkel bei uns zu Besuch und hat mir aus heiterem Himmel gesagt, dass er glaubt, dass meine Oma in mir einen Engel sieht (nichtmal auf meine kleine Schwester oder ihre Kinder hat sie so reagiert wie auf mich und ich weiß von ihr, dass sie schon früher über Engel geredet hat und welchen begegnet ist).
Ich hab anschließend sehr viel darüber nachgedacht und gegoogelt etc., aber hab nichts richtig informatives gefunden.
Dass ich eine besondere Ausstrahlung auf Menschen hab, weiß ich schon länger... Kleine Kinder fühlen sich IMMER zu mir hingezogen, egal wie unfreundlich oder genervt ich ihnen gegenüber bin, ich werde tagtäglich wie ein Tier im Zoo angestarrt und Dinge wie: "Du siehst aus wie ein Engel/Du bist ein Engel" oder "Wenn du lächelst, geht die Sonne auf." oder "Deine Augen sind magisch, die leuchten richtig." Hab ich schon öfter gehört, aber mir nie weiter Gedanken darüber gemacht.
Jetzt frag ich mich umso mehr was ich eigentlich bin?!